Mit dem Aufkommen der digitalen Desktopfertigung (3D-Drucker, Lasercutter) wird die Produktion von individualisierten Produkten für jeden Designer, der Zugriff auf diese Geräte hat, möglich.

Wir sind mit unseren Möglichkeiten am 'Digitalen Produktionszentrum der HBKsaar (dpz)' weitgehend losgelöst vom alten Prinzip der Industrie, nämlich dass ein Produkt aus Kunststoff immer in einer sehr großen Stückzahl hergestellt werden muss, um rentabel zu sein.

Das führt nicht nur dazu, dass wir Produkte in Kleinserien herstellen können, wir können Produkte auch durch das verändern einzelner Parameter schnell individuell auf den Benutzer/Kunden anpassen. Dass es diese neuen Möglichkeiten gibt und dass sie eingesetzt werden, sieht man an zahllosen Online-Konfiguratoren, beispielsweise in der Automobil-Industrie. Umstritten dagegen ist, wie der Benutzer oder der Designer die parametrischen Objekte verändert und anpasst.

In dem Projekt 'Interfacing Parametric Design' hat eine Studentengruppe initiiert von xm:lab-Mentor Felix Christmann nun Benutzerschnittstellen erforscht, die eine neue Herangehensweise an die 3D-Gestaltung ermöglichen. Statt wie gewohnt mit Maus und Tastatur zu arbeiten, haben wir uns eigene Werkzeuge gebaut oder bestehende (wie z.B. den Videospiele-Controller Kinect) modifiziert.

So ist es mit der Kinect möglich, den ganzen Körper als 3D-Werkzeug zu benutzen. Mit dem 'Reactable for Rhino' ist eine Benutzeroberfläche entstanden, die es mehreren Designern gleichzeitig erlaubt, sehr intuitiv an 3-dimensionalen Körpern zu arbeiten. Alle erforschten Eingabemethoden werden im 'Digitalen Produktionszentrum' für Entwurfsprozesse angewandt sollen nach und nach ein fester Bestandteil der Freiformmodellierung an der HBKsaar werden.