Archiv-Passagen

Die internationale Wanderausstellung setzt sich mit Leben und Werk der Literaten und Übersetzer Claire and Ivan Goll auseinander. Da das auf zahlreiche Orte verteilte Gesamtwerk der beiden noch nicht vollständig erschlossen ist, imaginiert die Ausstellung ein Archiv, in dem Besucher/innen über multimediale Interaktionsformen eine eigene Passage durch das als (digitale) Datenbank aufbereitete Material erleben.

 

Das Projekt bietet so einen seltenden Blick auf jene Prozesse, die Kunst überhaupt erst sichtbar machen, bietet Zugang zum Maschinenraum des Museums und damit auch Zugang zu jenen Formen der Inszenierung, die die ästhetische Erfahrung im Umgang mit Kunst überhaupt erst möglich machen. Gleichzeitig zeigt es, was 2016 an Möglichkeiten besteht, einen heterogenen Museumsbestand mit Unterstützung digitaler Technologien für verschiedenste Besucher/innengruppen zu erschliessen.

 

Mit dem Namen Goll verbindet sich auch eine alternatives Surrealismus-Verständnis, das durch die kunsthistorische und kuratorische Kanonisierung des Breton’schen Surrealismus-Begriffs in Vergessenheit geraten ist. Die Ausstellung greift die experimentelle Offenheit dieses Surrealismus-Verständnisess unter anderem dadurch auf, dass einzelne Register der ästhetischen Erfahrung (Klang, Bild, Text) herausgehoben und als einzeln gestaltbare Ebenen des Ausstellungsdesigns begreifbar gemacht werden soll.