Individualität im Radsport


SS 2018

Studierende

Helen Wiehr


Projektbetreuung

Prof. Mark Braun


Studiengänge

Produktdesign


Projektart

Diplom

Helen Wiehr: Individualität im Radsport, Endmodell Radschuh, Studiofoto, Diplom 2018

Damit auch das traditionelle Handwerk im digitalen Zeitalter weiterhin „Fuß fassen“ und den Herausforderungen der Zukunft genügen kann, wurde ein Radschuh zusammen mit der Schuhmanufaktur Herges, dem Strickmaschinen-Hersteller „Stoll“ sowie dem Merinogarn-Hersteller „Südwolle“ entwickelt, der in Zukunft nach dem „cradle to cradle“ Prinzip funktionieren soll.
Die 3D gedruckte Carbon-Sohle, bei der es auf optimale Passform und Kraftübertragung ankommt, soll für die Ewigkeit gemacht sein und nur im absoluten Notfall entsorgt werden. Der aus 100% Merinowolle gestrickte Innenschuh muss aufgrund seiner Materialeigenschaften kaum gereinigt werden und ist vollständig kompostierbar. Das Außenmaterial besteht ebenfalls aus Naturfasern und wurde zur Verstärkung mit einem BIO TPU aus 38% biobasierendem Monomeranteil auf Basis nachwachsender Rohstoffe beschichtet und kann daher in den technischen Kreislauf zurückgeführt werden. Ebenso die Carbonfaser-Sohle, aus der in Zukunft neues Filament für den 3D-Drucker hergestellt werden soll.
Der 3D-Druck als gewähltes Produktionsverfahren bietet insofern Vorteile, da es einerseits den individuellen Anforderungen des Sportlers genügen kann und andererseits so gut wie keine Ressourcen verbraucht. Ziel ist es, den Schuh in Zukunft mit einer speziellen Siliziumfixierung zu verkleben, wodurch bei Bedarf das Obermaterial von der Sohle ganz einfach durch kochendes Wasser wieder getrennt wird.
Die Wahl auf den Bereich Profiradsport fiel deshalb, weil er zum einen eine große Öffentlichkeitswirkung hat und zum anderen enormen Verschleiß-und Nutzungsanforderungen unterliegt. Damit soll speziell im vermeintlich „grünem“ Radsport mehr Bewusstsein für die Umwelt und Vorbilder für eine nachhaltigere Lebensweise geschaffen werden