RAKS »Habitus«


SS 2014

Studierende

Daniel Hahn


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Richtung

Zeichnung
Illustration/Comic
Lichtkunst/Lichtdesign
Werbung


Projektart

Diplom

In meiner Diplom-Ausstellung »Habitus«, welche zeitgleich auch die erste Solo-Show meines Alter Egos Raks ist, zeige ich neue Arbeiten auf Papier und Leinwand in der Galerie Neuheisel in Saarbrücken. Meine Idee ist, diese Gelegenheit zu nutzen, in dem ich unter dem Deckmantel einer gewöhnlichen Ausstellung gängige Szenarien und Rituale innerhalb einer Ausstellung und bei der Vernissage im Speziellen hinterfrage. Dabei setze ich mich in Kommunikation und Präsentation intensiv und kritisch mit den etablierten Reglementarien und Prozessen des Kunstmarkts und vor allem der Interaktion zwischen Werk und Betrachter auseinander. Im Zuge der Ausstellungsvorbereitung stand ich vor gängigen Aufgaben wie dem Erstellen einer repräsentativen Vita, dem Beschreiben meiner Arbeiten und was eben noch so ansteht, neben dem eigentlichen Malen.

Und dann hatte ich diesen Ansatz, das alles in Frage zu stellen, nämlich wieso man dem Publikum denn überhaupt verbal einheizen muss, damit es sich mit den Bildern beschäftigt. Ich habe mir Eingriffe überlegt, die die ritualisierten Abläufe einer Vernissage auffrischen könnten, um dem Publikum mehr zuzutrauen als das Lesen eines Ausstellungsprospekts mit nett portionierten und gut gegliederten Informationen zu Künstler und Werk. Ich wollte einen Schritt wagen weg von der Beipackzettel-Symbolik und das Publikum durch das Vermeiden gewohnter Strukturen und Abläufe gerne etwas irritieren, im erfrischenden Sinne. Edward Hopper passt hier sehr gut: »If you could say it with words, there would be no reason to paint.«

 

Die Schnittstelle von Kunst, ihrer Vermarktung und der daran geknüpfte Kommunikation finde ich sehr interessant, da ich beide Lager parallel lebe. Einmal als Kommunikationsdesigner, aber auch als freier Künstler. Im Zuge dessen habe ich in der Vergangenheit Erfahrungen bezüglich spezifischer Anforderungen und Regularien des Kunstmarkts, der Galerie als marketing- bewusstem Vertriebskanal und der Erwartungen und Wünsche des Publikums sammeln können. Ebenso kenne ich die Bedürfnisse und Emotionen des Künstlers, die damit häufig kollidieren und einen Spagat verlangen.

Also produzierte ich in den vergangenen Wochen und Monaten eine Ausstellung mit inhaltlich unveränderten Arbeiten, quasi als Deckmantel des Experiments, die theoretische Hinführung ist in einer kleinen Publikation gebündelt und für den Tag der Vernissage, sowie für die Einladungen habe ich ein paar unkonventionelle Neuerungen überlegt. Was das Ganze auslöst und wie esfunktioniert, erlebe ich dann spätestens am 16. April, innerhalb der Prüfung und dem Ablauf der Vernissage.