Raumausschnitte – Künstlerische Intervention im Stadtraum.


SS 2016

Studierende

Jennifer Lubahn


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Richtung

Installation
Public Art
Fotografie
Film/Video


Projektart

Diplom

Mein Diplomprojekt bestand aus der Auseinandersetzung mit einem speziellen Leerstand in der Völklinger Innenstadt. „Der Stadtraum“ als gläsernes Atelier war zweieinhalb Monate mein Arbeitsplatz. Künstlerische Interventionen sollten nicht über Nacht in der Stadt platziert werden, sondern in diese hineinwachsen und den Austausch zwischen Kunstschaffen- den und Bürgern ermöglichen. Dabei wird dieser Ort nach meiner Arbeitsphase weitere drei Monate von meiner Kommilitonin Frau Heinzel belebt.

In meiner Zeit vor Ort wurden Kontakte zu den Nachbarn geknüpft, der Raum und Umraum untersucht. Der Frage „Was kommt hier denn jetzt hin?“ wurden auf humorvolle Art und Weise Antworten in Form von Fotocollagen entgegengesetzt. Ein Schwimmbad oder eine öffentliche Latrine gaben Anlass zu weiteren wilden Spekulationen. Des Weiteren konnte man neben den regelmäßigen Treffen durch den Public Art Kurs meine Experimente mit unterschiedlichen Materialien beobachten.

„Was fotografieren sie da seit Stunden in einem leeren Raum?“,  war die Frage eines wiederholt vorbeikommenden Passanten.

 

Raumausschnitte ist der Titel meiner zweiwöchigen Diplomausstellung als Endpunkt meiner Auseinandersetzung mit dem „Stadtraum“ und widmet sich vor allem dem spektakulären Formenrepertoire des Ausstellungsortes selbst.

Elf Bildmotive zeigen in Form von Fotografien und Bewegtbild Besonderheiten des Ausstellungsraumes selbst. Sie variieren von ihrem Original in Größe und Ausrichtung, und das Drehen und Spiegeln der Bilder führt zu einer weiteren Entfremdung des Bildmotivs. Diese Fotografien wurden im Raum selbst installiert. Mal finden sie sich in unmittelbarer Nähe zu ihrem Original, mal ganz woanders im Raum versteckt. Leicht zu entschlüsselnde Motive ermöglichen es dem Betrachter, selbst herauszufinden, dass alle Abbilder tatsächlich auf- findbar sind.

Als Rezipient neigt man dazu beim Betrachten eines Bildes den Hintergrund auszublenden. Diese frei hängenden Bilder jedoch verweisen stets auf ihren Umraum und laden dazu ein, selbst auf Formensuche zu gehen. Nutzungsspuren jeglicher Art wurden bewusst unberührt gelassen, sind sie doch auch elementarer Inhalt der Bilder. Ein scharfer Nagel in einem schemenhaften Raum, die feine Struktur von Kleberresten auf einer Wand oder dunkle Schmauchspuren machen diesen Ort zu dem was er ist.