Future Lab 2 spekulative Nomaden - von Hütte zu Hütte



WS 2021/22

Termine

Startdatum: 18.10.2021
Enddatum: 31.03.2022
Montag: -
Dienstag: -
Mittwoch: -
Donnerstag: -
Freitag: -
Samstag: -
Sonntag: -
ganztägig, täglich
frei Zeiteinteilung und nach Vereinbarung


Maximale Anzahl Teilnehmer*innen

keine Teilnahmebeschränkung


Anmeldeverfahren



Veranstaltungsart

Atelierprojekt
Atelierprojekt kurz
Fachpraxis
Fachpraxis kurz

ECTS



Leistungskontrolle

Vorlage und Präsentation von Arbeitsergebnissen, Vorlage und Präsentation von Projektergebnissen


Beschreibung

Future Lab II – Von Hütte zu Hütte. Spekulative Nomaden

Kurswechsel, Neuausrichtung und dynamische Umleitungen – Ab Oktober 2021 kommt Bewegung in den heutigen Weltkulturerbe-Standort „Völklinger Hütte“.

In Zeiten größter Verunsicherung ziehen die Spekulativen Nomaden für 6 Monate in die Erzhalle des ehemaligen Eisenwerks, um sich dort im Zuge des Projektes „Von Hütte zu Hütte“ aktuellen Fragestellungen mit Blick auf potentielle Zukünfte zu widmen:

Welche Auswirkungen haben vom Menschen verursachte Veränderungen auf das ökologische und soziale Gesamtgefüge des Planeten und den dort lebenden Bewohnenden? Wie lassen sich beschädigte und fehlende Allianzen und Partnerschaften zwischen menschlichen und mehr als menschlichen (Lebe-)Wesen wiederherstellen und fördern in Umgebungen, die genau dies verhindern? Wie können wir handlungsfähig bleiben in Zeiten der kollektiven Verunsicherung/Kontaktlosigkeit, im Spannungsfeld kognitiver und emotionaler Dissonanz? Wie kann das Überleben jener Vielzahl an Leuten und Organsimen sichergestellt werden in Landschaften, die nachhaltig beschädigt oder sogar zerstört sind?

Die Unsicherheit in Hinblick auf die Zukunft unserer Umgebung, unserer Gesellschaft und unseres Planeten ist in einer Drastik spürbar wie kaum zuvor. In diesem Sinne begreifen wir die Notwendigkeit, jetzt an dem zu arbeiten, zu laborieren und zu forschen, was unser Leben in Kürze verändert und auch schon verändert hat. Es ist das Jetzt mit seinen akuten Situationen und Konstellationen, das unseren vollen Einsatz verlangt, um mit unaufschiebbaren Aufgaben umzugehen, die uns die Zukunft heute schon abverlangt.

Aus einer unklaren, verschwommenen und häufig widersprüchlichen Perspektive heraus wollen wir einen spekulativen, klaren Blick für das Naheliegende, Mögliche und Nötige entwickeln. Dementsprechend ist das maßgebliche Anliegen der Spekulativen Nomaden Methoden, Praktiken und Werkstoffe zu erarbeiten, die mittels eines responablen, flexiblen und beherzten Modus neue Wege zulassen.

Das zweite FUTURE LAB dieses Jahres widmet sich vor diesem Hintergrund mit lebhafter Neugierde und soziokulturellem Forschergeist der experimentellen, spekulativen und fürsorglichen Erkundung örtlicher Beschaffenheiten, den dort ansässigen Akteuren und ihren Hinterlassenschaften. Mittels künstlerisch-wissenschaftlicher Methoden im Sinne der artistic research wird das Gelände der ehemaligen Eisenhütte rund um die Erzhalle und den Erzplatz als Gebiet des Übergangs verstanden, auf welchem innerhalb kontinuierlich stattfindender Werdensprozesse Verhältnisse neu ausgehandelt, Kontakte geknüpft und gestalterische Komponenten entwickelt werden können, die variabel zwischen Vorhergegangenem und Kommenden vermitteln können.

Die „Queer Landscapes“ der ehemaligen Industriekultur spielen dabei ebenso eine Rolle wie performative und tänzerische Annäherungen an das Thema des Lebens und Wohnens allgemein. Wesentlich ist der kreative Austausch mit den Menschen und dem Raum vor Ort: den VölklingerInnen, ihrer Geschichte und ihrer Stadt. Leitend ist dabei das Bild der „Hütte“ als Ort der sozialen wie gesellschaftlichen Transformation. Ausgehend von der Erzhalle der Völklinger Hütte erproben die spekulativen Nomaden des S_A_R Projektbüros der Hochschule der Bildenden Künste Saar gemeinsam mit zahlreichen PartizipantInnen neue Realitäten: mit künstlerischer Verve und kreativem Veränderungswillen.