День шахтёрa - Tag der Bergarbeiter


SS 2019

Studierende

Veronika Müller


Studiengänge

Freie Kunst


Richtung

Malerei


Projektart

Diplom

Die kohlegeschwärzte Untertagewelt ist heute immer noch ein Gesprächsthema. Vor allem die kulturelle Geschichte des Bergbaus handelt davon, wie die Bergleute persönlich und seelisch die harte Arbeit unter Tage bewältigten. Kollegialität und Zusammenhalt ist das A und O in dieser physisch belastenden Arbeitswelt. Ohne diese Solidarität hätte man in diesem Beruf nicht existieren können, denn Arbeitsunfälle waren keine Seltenheit. Vor allem das Grubenunglück von Luisenthal im Jahr 1962 prägt sich bis heute in die Gedanken der Kumpel. Der Saarbergbau beklagte den Tod von 289 Bergleuten, die als Opfer des Unglücks entweder tot geborgen worden oder den erlittenen Verletzungen erlegen sind, so berichtete die Zeitschrift „Schacht und Heim“.

Warum entscheidet man sich also für so einen gnadenlosen Beruf? Lange Schichten, harte Arbeit und eine schmutzige, gefährliche Umgebung bildeten den Alltag eines Bergmannes. Arbeitssicherheit war kaum vorhanden. Fehlte es den Bergleuten etwa an Adrenalin? Nein. „Der hohe Lohn“ ist die Hauptantwort auf diese Frage. Vor allem in der Nachkriegszeit motivierte ein gutes Einkommen im Schacht zu arbeiten. Tatsächlich erhielten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen erst nach dem großen Grubenunglück einen höheren Stellenwert. Der deutsche Bergbau erreichte in Sachen Sicherheit und Maschinentechnik weltweit sogar hohe Standards. Somit gehört das Zeitalter, in dem man Kanarienvögel mit sich trug, um böse Wetter vorher zu sagen, längst der Vergangenheit an.

Auf dem Höhepunkt der Kohleförderung arbeiteten in den 1950er Jahre im Ruhrgebiet nahezu 500.000 Bergleute auf 148 Zechen. Im Saarbergbau wurden ca. 70.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Die letzten Tonnen Steinkohle werden im Dezember 2018 auf den Bergwerken Prosper-Haniel Bottrop und RAG Anthrazit Ibbenbüren abgebaut. Damit wird die Förderung von Steinkohle in Deutschland endgültig eingestellt.

Aus Rund 150 Jahren Saarbergbau-Geschichte gibt es einen immensen Umfang an Informationen und Fakten. Der Einfluss des Bergbaus reicht von sozialen und wirtschaftlichen Errungenschaften über die heutige Industrie bis hin zur Kultur. Künstler wie Walter Bernstein und Fritz Zolnhofer, die sich mit den arbeitenden Menschen und der Industrielandschaft beschäftigten wie auch osteuropäische Maler Mikhail Pavlovich Trufanov und Nikolai Alexejewitsch Kassatkin waren eine Inspirationsquelle.

In meiner Diplomarbeit steht vor allem der Bergmann im Fokus. Das wichtigste Utensil ist der Helm und die Zigarette. Die Bedeutung der Helmfarbe konnte gebietsabhängig abweichen, in meinen Werken ist sie hingegen beliebig gewählt. Maßgebend ist die markante Form, welche den Wiedererkennungswert der Kopfbedeckung hervorruft. Durch die Anekdoten aus unter und über Tage, welche sich immer bei einer Zigarette von den Erwachsenen erzählt wurden, kann ich mir seit meiner Kindheit keinen Bergarbeiter ohne einen Glimmstängel vorstellen

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