DIALOG


WS 2018/19

Studierende

Shakti Paqué


Projektbetreuung

Prof. Eric Lanz


Studiengänge

Freie Kunst


Richtung

Fotografie


Projektart

Diplom

Shakti Paqué: DIALOG, Diplom 2018/19, DIALOG # 306

Eine Auswahl von 102 Dias in 51 Rahmen, kombiniert aus den Diasammlungen von bisher 56 Fotografinnen und Fotografen + Ein Diavortrag, zusammengestellt aus den Aufzeichnungen von 24 Vorträgen anderer Personen. Für das Langzeitprojekt »DIALOG« haben mir bisher über fünfzig Menschen ihre Dias anvertraut. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Mittlerweile bin ich für viele »die mit den Dias«.

Aus diesem umfangreichen Fundus wähle ich zwei Dias, die dann in einem Rahmen aufeinandertreffen und zu einem neuen Bild verschmelzen. Die zwei passgenau übereinanderliegenden Fotografien müssen ohne jegliche Form der digitalen Bearbeitung auskommen. Sie ergeben eine stimmige Kombination oder eben nicht. Der Entstehungsprozess ist ein analoger.An einem Diaabend werden diese gemeinsam projiziert. Was wäre aber ein Diaabend ohne Worte, ohne Diavortrag? Mir wurden zwar die Bilder zur Verfügung gestellt, nicht jedoch die dazugehörigen Erzählungen überliefert. In meiner Abschlussarbeit wollte ich der Kombination von Bildern und Worten experimentell nachgehen. Nachbarn, Mitstudierende, Freunde, Verwandte und Bekannte wurden im letzten Jahr vor die Aufgabe gestellt, mir Vorträge zur Dialog-Serie zu halten. Die jüngste Teilnehmerin war elf, der Älteste achtundsiebzig.

Sie sollten die Bilder überzeugend als ihre eigenen Bilder präsentieren und mir, die ich die Bilder zum ersten Mal sähe, ihre persönlichen Vorstellungen dazu verraten. Diese improvisierten Geschichten habe ich aufgezeichnet und anschließend abgetippt. Entstanden ist daraus ein Buchentwurf sowie eine Lesung einiger ausgewählter Texte während der Projektion. Im Buch stehen verschiedene Erzählungen einem Bild gegenüber. Sie sind in sich plausibel, widersprechen sich aber auch oft gegenseitig. Es könnte so, aber auch ganz anders gewesen sein.

An dem Diaabend wird ein Text pro Bild vorgetragen, allerdings einer, der ursprünglich einem anderen Bild zugeordnet war. Ähnlich den beiden Dias, die sich in einem Rahmen begegnen, obwohl sie originär nichts miteinander zu tun hatten.

Gemeinsam ist beiden Präsentationsformen die Beschäftigung mit den Rezipienten der DIALOG Serie, die ich hier in den Vordergrund stellen möchte. Ich habe mir erhofft, nicht nur durch die Fotografien anderer etwas über Fotografie zu erfahren, sondern auch durch die verschiedenen Vorträge zu meiner Arbeit etwas über die Wahrnehmung meiner Bilder vermittelt zu bekommen. Vielleicht gelingt es mir auf lange Sicht zu ergründen, warum sich einige Bilder eher als Inspirationsquelle für Geschichten eignen als andere. Was ist hierfür der Auslöser?

Stellt es überhaupt ein Qualitätsmerkmal dar, an dem man den Gehalt eines gelungenen Bildes messen kann?

Ich weiß es nicht.

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