Ein Aufbewahrungslabor


SS 2012

Studierende

Youjin Moon


Studiengänge

Freie Kunst


Richtung

Installation
Public Art
Plastik/Bildhauerei


Projektart

Diplom

Youjin Moon: Ein Aufbewahrungslabor, Diplom 2012, Ausstellungsansicht

Der Titel Ein Aufbewahrungslabor beschreibt eine Ateliersituation, bei der verschiedenen gesammelte Maßeinheiten, persönliche Texte und Orte selber konstruiert werden können. Wichtiger als das was dort gezeigt wird und was man optisch wahrnehmen kann, ist was dort passiert. Nicht nur eine Beobachtung der eigenen Sinnenswahrnehmung und der Wirkung des Gesehenen auf einen selbst ist dort zu erwarten. Auch das Potenzial für einen Austausch und eine Wechselwirkung zwischen ‚In-Put’ und ‚Out-Put’, zwischen sich selbst und der Welt ist gegeben.

Die Arbeiten sind nicht nur dazu da, um angeschaut zu werden und sie können nicht einmal vollständig sein. In dieser Hinsicht sind sie dem Betrachter gegenüber unfreundlich. Allerdings sind sie dem Betrachter gegenüber auch freundlich, da dieser die Arbeiten selber berühren oder anpassen darf. Es wird nämlich in diesem Aufbewahrungslabor dem Betrachter/ Nutzer eine wichtige Rolle zugewiesen. Mit seinen eigenen Körpermaßen kann er selbst eine Art Norm bilden und von seinem Körper Maßeinheiten abzuleiten. Mit Hilfe des eigenen Körpers wird der Betrachter Teil des Kunstobjekts. Die Themen der beiden Arbeiten können selbst ein Kommunikationsmittel werden. Das Wort Kommunikation könnte in diesem Fall selbst für ein dynamisches und reziprokes Verhältnis von Subjekt und Objekt stehen.

 

„Als ein Subjekt in der Welt?“

 

Es geht mir darum, den Zusammenhang zwischen Körperlichkeit, Normierung und sinnlicher Wahrnehmung ästhetisch einzufangen. ‚angeleitet von den theoretischen Fundierungen im Merleau-Pontys’ „Phänomenologie der Wahrnehmung“ habe ich den Kontext von der Welt und Subjekt herausgearbeitet.

Nach M. Merleau-Ponty („Das Sichtbare und das Unsichtbare“, 1964) haben Menschen keinen Körper, sondern Menschen sind Körper, der sich in der Welt bewegen; Menschen sehen nicht mit den Augen, sondern Menschen sind sehend bei den Dingen, Menschen führen nicht die Hand, sondern die Hand hat ein eigenes Gedächtnis. Durch den Körper des Betrachters und den bestimmten Zeitpunkt und Raum sind Bedeutungen und Formergebnissen der aufbewahrten Dinge in dem Aufbewahrungslabor beweglich. Sowohl in direkter, wie auch indirekter Rede sprechen die Arbeiten für sich. Darüber hinaus meine ich, die Arbeiten sind nicht nur motorisch und poetisch.

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