heimlich
WS 2025/26
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Komfortzonen werden meist als sichere Orte beschrieben, in denen man sich geschützt und wohlfühlt. Für mich ist das aber sehr widersprüchlich: Was Halt gibt, kann gleichzeitig einschränken. Diese Ambivalenz bildet den Ausgangspunkt meiner Arbeit und begleitet mich schon lange in meiner künstlerischen Praxis. Mich interessiert besonders, was Komfort oder Komfortzone für unterschiedliche Menschen bedeutet und wie sich meine persönliche Erfahrung davon für andere erfahrbar machen lässt.
Eine Komfortzone kann Sicherheit geben, gleichzeitig aber auch Entwicklung verhindern. Es ist schwierig, sie zu verlassen, wenn die Außenwelt als unsicher wahrgenommen wird, gleichzeitig fehlt ohne Komfortzone oft die Handlungsfähigkeit. Dieses Spannungsfeld prägt meine Arbeit und meine Herangehensweise an neue Prozesse.
Um herauszufinden, wie andere Menschen Komfort wahrnehmen, habe ich eine kleine Umfrage gemacht. Die Antworten spiegeln ähnliche Ambivalenzen: Komfort wird mit Ruhe, Sicherheit und Alleinsein verbunden, aber auch mit Rückzug, Vertrauen und dem eigenen Platz in der Welt. Ebenso habe ich aber auch negativ konotierte Antworten erhalten, die Komfortzonen nicht als etwas positives wahrnehmen.
Für die Umsetzung habe ich mich früh für Textil entschieden und besonders den Teppich als Material gewählt. Teppiche stehen historisch für Wärme, Geborgenheit und waren zentrale Orte des häuslichen Lebens. In meiner Arbeit wird der Teppich zur räumlichen Erfahrung: Die Installation macht Komfortzone körperlich erlebbar. Durch die haptische Qualität, das Material, Sound und die räumliche Gestaltung können Besucher die Spannung zwischen Sicherheit und Unbehagen direkt erfahren. Textur, Farbe und Struktur dienen nicht nur als visuelle Mittel, sondern erzeugen ein unmittelbares sinnliches Erleben von Schutz, Nähe und gleichzeitig subtiler Irritation.