Nicht Nichtsein, Nicht Sein


SS 2015

Studierende

Bongjun Oh


Studiengänge

Freie Kunst


Richtung

Installation
Public Art
Interaktive Produktion
Plastik/Bildhauerei


Projektart

Diplom


Seit dem Tod meines Opas letztes Jahr bin ich weiter im Prozess, das Thema „Tod“ künstlerisch zu bearbeiten. So wird meine Diplomarbeit ein weiterer Teil (Teil 2) der Serie „Nicht Nichtsein, Nicht Sein“.

Mein Opa war der erste nahe Familienangehörige, dessen Tod ich miterlebt habe. Dies hat mich viel nachdenken lassen. Was meint der Tod? Und was ist „Leere“? Nach dem Tod verwest unser Körper und verschwindet. Auch wir sind zur Vergänglichkeit bestimmtes „Fleisch“. Das ist schlimm, aber gehört zu uns.

Für die Arbeit habe ich die Hühnerfüße getrocket und mit ins Atelier gebracht. Die Leute fanden den ersten Anblick zu eklig und gruselig. Nach ein paar Tagen hat sich das geändert, die Leute hatten nicht mehr Angst vor den Hühnerfüßen wie anfangs, sondern sie fingen an, sich dafür zu interessieren. So ist auch der Tod, wenn er für uns eingetreten ist, ist er nicht mehr hässlich. An diesem Punkt stelle ich auch die Überlegung an, ob auch der Geist verschwindet. Ich kann jetzt noch an meinen Opa denken, er ist noch in meinem Kopf, trotzdem er gestorben ist. Wo er war, ist eine Leere in der Welt, in meiner Erinnerung jedoch noch eine ganze Fülle.  

Ein Bild, das für meine Überlegungen stehen kann, ist das von Wasser in einem Gefäß. Wenn ich etwas davon trinke, füllt es sich mit Leere. So sind „sich leeren“ und „sich füllen“, bzw. Leere und Fülle im gleichen Moment vorhanden. Wir haben nur fünf Sinne, mit denen wir die Welt wahrnehmen können, aber vielleicht ist auch in der Leere mehr, als wir denken...

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