PARTIKULÄRES KONTINUUM


SS 2016

Studierende

Karen Fritz


Studiengänge

Kunsterziehung


Richtung

Installation
Lichtkunst/Lichtdesign


Projektart

Abschlussarbeit Lehramt

PARTIKULÄRES KONTINUUM ist eine Installation bestehend aus drei kinetischen Objekten in den Kellerräumen des Fasanerieweges 17 in Saarbrücken und im Rahmen der Absolventenausstellung >>tjurip<< entstanden.
Aus Holzkörpern rieselt, maschinell angetrieben, stoßweise Staub. Die einzelnen Partikel erscheinen in einem hellen Lichtstrahl. Der Schatten der fallenden Staubwolken bildet sich auf dem Boden ab. Beide Materialien, Licht und Staub, bedingen sich gegenseitig. Durch die Reflexion wird das Licht im Raum sichtbar, das Licht erhellt die sonst unsichtbaren Nuancen des Staubs.
Staub ist nicht physisch fassbar. Bei dem Versuch, ihn einzusammeln, verändert er seine Erscheinungsform. Er befindet sich in einem dauerhaften Zustand zwischen fester Materie und Ätherischem, oft definiert er ein Zwischenstadium in einem Zerfallsprozess. Dieser Zerfallsprozess, meist durch natürliche Begebenheiten hervorgerufen, kann aber auch durch den Menschen, entweder durch seinen Körper, aber auch als Abfallprodukt industrieller Prozesse verursacht sein. Zeit spielt bei der Entstehung und Veränderung von Staub eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus ist er Spielball aller möglichen, von außen einwirkenden Kräften, z.B. von Wind und Wasser und wird selbst zur Kraft. Gebunden in der Atmosphäre erobert er jeden Winkel, jede kleinste Unebenheit und passt sich seiner Umgebung perfekt an. Er füllt die Luft, was nicht direkt wahrnehmbar für das Auge ist, sich aber nach gewisser Zeit körperlich bemerkbar macht. Ein Film legt sich auf die Haut und die Schleimhäute, der Staub kann geschmeckt und gerochen werden und, je nach Raum und Intensität, die schützenden körperliche Grenze überschreiten.
Auf der Makroebene ist Staub zugleich eine große Anzahl fester Materie. Er setzt sich aus Partikeln zusammen, die eine unendliche Bandbreite an Eigenschaften aufweisen und in sich einzigartige Formen annehmen. Mit verschiedenen anderen Stoffen können sich diese Partikel wieder zu etwas Fassbarem, Greifbaren entwickeln, sei es auf natürlichem oder künstlichem Weg. Staub ist daher nicht nur Zerfallsprodukt, das seine Umgebung nachhaltig verändert oder sogar angreift, sondern schafft in seiner Masse zugleich etwas Neues
Die Installation ist der Versuch, ein System zu schaffen, das nicht nur die physikalischen Eigenschaften der Materialien Licht und Staub in ihrer vergänglichen Erscheinungsform zeigt, sondern sich auch an die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung im Spannungsfeld zwischen optischen Reizen und physischen Empfindungen herantastet.

Abbildungen


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