Wiesental


SS 2019

Studierende

Helena Krohn


Studiengänge

Freie Kunst


Richtung

Malerei


Projektart

Diplom

Das Haus verliert nichts, der Wald gibt nichts mehr her. Wälder, in unserer Welt immer rarer werdend, sind Räume, die gleichermaßen einladend und bedrohlich wirken. Angst und Faszination versetzen mich bei jedem Betreten eines solchen Raumes in einen paradoxen Zustand. Dieses Erlebnis ist stets aufs Neue Auslöser eines Bestrebens, es durch meine Malerei für Andere erfahrbar zu machen.
Um zu meinem Arbeitsplatz zu gelangen wählte ich einen Wanderweg, der mitten durch eine Flussaue läuft. Dieses weitgehend naturbelassene Areal wird inoffiziell das „Wiesental“ genannt. Ein ganzes Jahr über schritt ich diesen Pfad auf und ab, lernte jede Gabelung und Biegung, jede Koppel und jeden verlassenen Schrebergarten kennen. Beobachtete, wie Dickicht in den warmen Monaten explosionsartig wuchs und wieder radikal gerodet wurde und wie sich schließlich dünne Eisschichten über den kahlen Grund legten. Der Drang, meine eigene Interpretation der vier Jahreszeiten in Form von vier großformatigen Malereien anlässlich dieses besonderen und sehr fordernden Jahres zu schaffen, wuchs Tag für Tag. Es schien mir unausweichlich naheliegend, in meinem Diplomprojekt meine Faszination für Landschaftsmalerei, meine aktuellen persönlichen Lebenserfahrungen, die emotionale Verbundenheit zur Natur und die damit verbundenen Erfahrungen zu vereinen. Gleichermaßen möchte ich die Thematik der Vergänglichkeit und unaufhaltsamen Veränderung - der Endlichkeit der Lebenszeit und des erneuten Beginns eines Zyklus anhand des Zerfalls und des Wiederaufbaus der Vegetation in diesem bestimmten Gebiet verbildlichen.

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